Titel: Die Frau an seiner Seite
Autor: Karin Jäckel
© Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv)

Die "Frau an seiner Seite" – Sie ist ihm Gefährtin, Freundin, Geliebte und Beraterin, kümmert sich um die Erziehung der gemein­sa­men Kinder, erledigt die Arbeit im häuslichen Bereich und hält ihm so den Rücken frei. Die Erfüllung ihrer vielfältigen Pflichten bringt ihr in der öffentlichen Meinung aber alles andere als Ruhm und Ehre ein, sie gilt gemeinhin als "Nur-Hausfrau" und "Heimchen am Herd", ist in Zeiten der selbstverständlich erschei­nen­den eigenen Erwerbstätigkeit der Frau als "Schmarotzerin" verschrien und steht in der gesell­schaft­li­chen Werteskala weit unten. Karin Jäckel betrachtet die historischen sowie die heutigen Zusammenhänge dieser verdeckten bis offen-aggressiven Abwer­tung und geht den Beweggründen und dem Selbstverständnis der "Frau an seiner Seite" nach. Dabei bemitleidet sie sie keineswegs als Verliererin im Geschlechterkampf, sondern zeigt an zahlreichen Beispielen, welche Bereicherung, Befriedigung und welchen Genuss dieser Lebensentwurf beinhalten kann.

Die Autorin

Karin Jäckel studierte Germanistik und Kunstgeschichte mit anschlie­ßender Promotion und arbeitet seither als freie Autorin. Sie widmet sich vor allem sozialkritischen Themen und wurde durch Bestseller wie "Monika B. Ich bin nicht mehr eure Tochter" (1993) und "Sag keinem, wer dein Vater ist. Das Schicksal von Priesterkindern" (1998) sowie durch über 60 weitere Buchveröffentlichungen weithin bekannt. Ihr Erfolgstitel "Der gebrauchte Mann. Abgeliebt und abgezockt – Väter nach der Trennung" (1997) trug maßgeblich zur öffentlichen Diskussion über Scheidungswaisen und um ein gemeinsames Sorgerecht kämp­fen­de Väter bei. Karin Jäckel ist Ehefrau und Mutter von drei Söhnen und lebt im Schwarzwald.

Kommentar

Requiem für die Lebensform Ehe
Die Beschreibung, die in Onlinekatalogen steht, stimmt nicht mehr, so war das Buch nur wohl mal geplant. Inzwischen könnte man als Zusatztext oder Untertitel schreiben:
Vom Nutzen und der Befriedigung einer guten partnerschaftlichen Ehe – und wie der Feminismus diese Eheform zerstört hat.

Das Buch beschreibt und vergleicht die Ehen früher und heute, und welche (negativen) Auswirkungen die Zerstörung des Rufs tradi­tioneller Eheformen auf unsere Gesellschaft haben. Man kann bei der Beschreibung der glücklichen Ehen ins Träumen geraten – und bei der Beschreibung des Zerstörungswerks Depressionen kriegen.