Titel: Wo bitte gehts zu Gott?, fragte das kleine Ferkel
Autor: Michael Schmidt-Salomon
© Verlag Alibri

Das kleine Ferkel und der kleine Igel hatten immer geglaubt, es könnte ihnen gar nicht besser gehen. Doch dann klebt jemand über Nacht ein Plakat an ihr Häuschen, auf dem geschrieben steht: "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!" Also machen sie sich auf den Weg, um Gott zu suchen ...
Das Buch klärt Kinder auf humorvolle Weise über die drei Welt­reli­gio­nen Judentum, Christentum und Islam auf. Die Frage, ob einem religionsfreien Kind "etwas fehlt", wird dabei aus der Perspektive des weltlichen Humanismus beantwortet: "Und die Moral von der Geschicht': Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht ..."

Der Autor

Michael Schmidt-Salomon, Dr. phil, geboren 1967, ist freischaffen­der Philosoph und Schriftsteller, Musiker und Sozial­wissen­schaftler. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen der Roman "Stollbergs Inferno" ("ein philosophischer Groschenroman über die Hölle die Revol­te und das Absurde", 2003), die philoso­phische Grundlagen­schrift "Manifest des evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur" (2006), das satirische Lexikon "Die Kirche im Kopf – Von Ach Herrje! bis Zum Teufel" (2007) und das Kinderbuch "Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel" (2007). Als naturalistisch denkender Philosoph gilt er als einer der prominenten deutschsprachigen Vertreter der "Brights-Bewegung".
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Kommentar

Hart, aber fair
Ferkel und Igel machen sich im Janosch-Stil auf, um Gott kennenzu­lernen, und stoßen mit ihren arglos-kritischen Fragen auf Empörung der Kirchenvertreter.
Das Buch setzt sich kritisch mit den Vertretern der Religionen auseinander, in einem Stil, mit dem in "Der kleine Prinz" Könige, Militärs, Geschäftsleute... karikiert werden.
Angegriffen wird aber nicht Glaube an sich, sondern der Allein­vertretungs­anspruch von Religionsvertretern, ihre Forderung nach Gehorsam, Denkverbote und leere Rituale. Das Problem ist, dass dies in unserem Kulturkreis so miteinander verbunden ist, dass ein Glaube mit Sanftmut und Toleranz dazwischen wenig Gehör findet, so dass (in unserem Kulturkreis) der Anschein entsteht, dass es nur solche Missglauben oder gar keinen Glauben geben könnte.

Das Bundesministerium für Jugend usw. wollte das Buch als "jugend­gefährdend" auf den Indes setzen lassen (was kontra­pro­duk­tiv zur guten Reklame wurde). Der Antrag wurde am 6. März 2008 von der Prüfstelle abgelehnt.
Bezeichnend für das Ministerium ist, dass (obwohl alle drei monotheistischen Religionen gleich kritisch behandelt werden) als Angriffspunkt für ein Verbot ein angeblicher Antisemitismus heraus­ge­griffen wird. Mit der Keule ist halt in Deutschland am leichtesten etwas zu diskreditieren. Hat aber eben diesmal nicht funktioniert.
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