Wann immer man in Medien oder Internet von Inkassounternehmen hört, geht es darum, dass – mit teilweise rüden Methoden – unberechtigte Forderungen eingetrieben werden sollen.
Andererseits gibt es einen Bundesverband (BDIU), der behauptet, seriöse Inkassounternehmen zu vertreten.
Was soll man glauben?
Wenn jemand eine berechtigte Forderung hat, kann er doch ohne weiteres einen Anwalt beauftragen, der das Geld eintreibt, notfalls per Gerichtsverfahren. Die Kosten dafür hat eh der Schuldner zu bezahlen, wenn der Fordernde vorher einmal ordentlich selbst gemahnt hat.
Warum stattdessen ein Inkassounternehmen?
Dafür gibt es mehrere Gründe, die man mehr oder weniger kritisch betrachten kann:
Inkassounternehmen beschäftigen sich nur mit diesem einen Rechtsgebiet, während Anwälte (angeblich) von allem etwas können müssen. Spezialisierung verspricht effektiveres, erfolgreicheres Arbeiten.
Es gibt aber auch Fachanwälte für Inkassorecht. Spezialisierung allein ist also kein ausreichender überzeugender Grund.
Inkassounternehmen sollen so arbeiten, dass weiter eine positive Geschäftsbeziehung zwischen Gläubiger und Schuldner besteht.
Das klingt gut. Aber
Dieses Argument überzeugt mich also überhaupt nicht.
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Quellen
BDIU Portrait BDIU Vorteile |
Inkassounternehmen haben im Gegensatz zu Anwälten keine gesetzlich geregelten Honorare, sondern können diese mit den Auftraggebern frei aushandeln, also billiger sein.
Dieses Argument sticht, wenn der Auftraggeber auf den Kosten sitzen bleibt, weil z.B. beim Schuldner nichts zu holen ist – oder die Forderung nicht berechtigt ist und vom Opfer erfolgreich abgewehrt wird.
| Quelle BDIU Voraussetzungen |
Inkasso ist eine Rechtsdienstleistung für die bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Vorschrift ist die Registrierung bei einer dafür zuständigen Behörde, die dann die restlichen Voraussetzungen prüft. Diese Behörde kann bei Fehlverhalten natürlich auch Sanktionen verhängen, bis hin zur Löschung der Registrierung.
Gute Leistung ist auch gutes Geld wert. Ich gehe mal davon aus, dass Ihr berechtigte Forderungen bezahlt und wie ich nur dann von einem Inkassounternehmen belästigt werdet, wenn jemand Euch abzocken will.
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Quellen
BDIU Aufgaben BDIU Taktik |
Die Inkassobranche preist an, dass sie mit "Gespür, Geschick und abgestuftem Druck" Erfolge erzielt. Aber egal welche Drohungen aufgefahren werden, unberechtigte Forderungen müssen nicht bezahlt werden.
Dabei gibt es zwei Fälle zu unterscheiden:
Kriminelle Abzocke ist zwar nervig, aber nicht wirklich gefährlich.
Ganoven dieser Art wissen, dass ihre Forderung bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung keinen Bestand hat,
ja dass sie sich bei einem solchen Auftreten selbst der Verfolgung und der Beendigung ihrer Tätigkeit aussetzen.
Hier sollte man
Weiteres zum Thema kriminelle Abzocke auf den Seiten über Inkassoterror.
Hier ist etwas gründlicher zu handeln, da die tatsächlich bestehende oder bestandene Geschäftsbeziehung den Anschein erwecken kann, die Forderung sei rechtmäßig.
Hier sollte man
zur Sicherheit beim Amtsgericht des Ortes, wo das Inkasso-
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Beispiel in meinem Freenet-Fall |
unternehmen seinen Sitz hat, nachfragen, ob es überhaupt registriert ist.
Das ist zwar zu erwarten, aber sicher ist sicher, und das Amtsgericht bekommt dadurch immerhin mit, dass da was läuft,
und wenn sich viele melden, tut sich hoffentlich auch was.
Eine kurze Begründung der Anfrage ist sinnvoll.
Beim zweiten Brief des Inkassounternehmens nachsehen, ob es beim Bundesverband registriert ist, und ggf. dort Beschwerde
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Beispiel in meinem Freenet-Fall |
wegen des unseriösen Verhaltens einreichen,
mit Kopie an die Verbraucherzentrale des Landes, wo das Inkassounternehmen seinen Sitz hat.
Auch wenn es dem Bundesverband nicht wirklich um Seriosität sondern nur um den Anschein geht, merken die damit,
dass da einer ist, der sich wehrt, und den man besser in Ruhe lässt, um das Image nicht zu beschädigen.