Betroffene Firma:
freenet Breitband GmbH, Deelbögenkamp 4c, 22297 Hamburg
freenet Breitband GmbH, Postfach 2120, 24020 Kiel (Kundenservice)
zum 01.12.09 aufgegangen in der
1&1 Internet AG, Elgendorfer Str. 57, 56410 Montabaur
Freenet hat auf die Kündigung meines DSL-Vertrags erst nach Druck reagiert. Danach ging ein Nervenkrieg los, um mich wenigstens dreizehn Monate länger zu behalten, als nach meiner Kündigung rechtens war. Als das nicht klappte, wurde ich wenigstens zu einem Monat Verlängerung gezwungen, für den man mich abzocken wollte.
Ich habe 2006 einen DSL-Vertrag bei Strato abgeschlossen.
Die Vertragslaufzeit betrug zwei Jahre und verlängerte sich laut AGB Punkt 9 um jeweils ein Jahr, "solange er nicht von einer Partei mit einer Frist von einem Monat zum jeweiligen Laufzeitende gekündigt wird.".
Des weiteren heißt es zur Form der Kündigung "Der Vertrag kann wirksam auch über den gesicherten Kundenservicebereich gekündigt werden".
Am 1.1.2008 übernahm Freenet den DSL-Vertrag. Eine solche Veränderung darf aber nicht zum Nachteil der Kunden sein. Dass sich am Vertrag nichts ändert, hat Freenet sogar ausdrücklich bestätigt. Auch auf neue AGBs wurde ich nie aufmerksam gemacht.
| Einige Zeit zuvor hatte Freenet ein ähnliches Angebot gemacht, sogar billiger, aber da hätte ich von den ISDN-Telefonnummern, die wir für unsere Familie haben, nur drei behalten können, was indiskutabel war. |
Juli 2009 machte die Telekom ein Angebot über eine Doppelflatrate Telefon+DSL, die mich nur genauso viel kostet, wie vorher die Telefonflatrate allein. Natürlich schlug ich zu.
Nachdem ich im Telekomladen den Auftrag abgegeben habe, habe ich
2009-08-04 über den "gesicherten Kundenservicebereich" gekündigt mit der klaren Aussage "Hiermit kündige ich meinen DSL-Vertrag zum nächstmöglichen Termin. Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung sowie den Termin, zu dem der Vertrag endet."
Im Kontaktformular waren nach dem Einloggen meine Daten bereits eingetragen, so dass ich auch eindeutig identifiziert war.
Da ich Freenet zu diesem Zeitpunkt noch für seriös hielt, schien mir das ausreichend. Allerdings hat mich mein Instinkt doch veranlasst, von Formular und Übernahmebestätigung eine Hardcopy zu ziehen, die ich wie einen Augapfel hütete, nachdem sich die ersten Schwierigkeiten abzeichneten.
Als nach 9 Tagen noch keine Bestätigung kam, war meine Unruhe so gewachsen,
dass ich die Vertragsunterlagen studierte.
Schreck und Erleichterung:
Meine Kündigung war auf eine zulässige Weise am vorletzten möglichen Tag erfolgt,
um eine Verlängerung für ein ganzes Jahr zu verhindern.
Mein Vertrag musste also 2009-09-05 enden.
2009-08-13 16:31 faxte ich eine erste Erinnerung an Freenet,
in der ich diese Tatsachen nannte und eine Bestätigung bis 22.8. verlangte.
Diese Bestätigung traf nicht ein.
2009-08-24 schickte ich darum ein Einschreiben, um Rechtssicherheit herzustellen. Darin beschrieb ich die Fakten und die evtl. Folgen für Freenet.
Da ich mit weiterem Totstellen von Freenet rechnete, ging ich mit einer Kopie dieses Schreibens in den Telekomladen. Die Rechtslage war ja klar. Dort wurde mir aber gesagt, dass das nicht genüge, man brauche definitiv die Bestätigung des vorherigen DSL-Anbieters über das Vertragsende. Wenn man ihm ohne diese die Leitung wegnähme, müsse man mit einer Vertragsstrafe bis zu 120000€ (einhundertzwanzigtausend Euro) rechnen.
| Ich schreibe nicht "die", sondern "irgendeine". In dem Absatz beschreibe ich die unbefriedigende allgemeine Lage unabhängig von einer bestimmten Firma. |
Wahnsinn. Wenn also irgendeine Ganovenfirma einen DSL-Kunden nicht freilassen will,
gibt es selbst bei klarer Rechtslage keine kurzfristige technische Lösung,
sondern das Opfer muss ggf. seine Freilassung auf dem Rechtsweg erzwingen, was langwierig und teuer sein kann,
wobei zusätzlich die Gefahr besteht, dass die Ganovenfirma den Anschluss sperrt.
In Anbetracht der Bedeutung eines Internetzugangs heutzutage sind DSL-Kunden damit erpressbar.
Da die Bestätigung über das Vertragsende also unbedingt erforderlich war,
faxte ich 2009-08-25 darum erneut die Forderung nach einer schnellen Bestätigung,
Weil sich die Ankunft des Einschreibens zu verzögern schien, faxte ich auch eine Kopie davon,
damit es schneller bearbeitet werden konnte. (Allerdings wurde der Brief auch schon am nächsten Morgen übergeben, und zwar schon vor 9 Uhr.)
Nun rührte sich zwar etwas, jedoch nichts Sinnvolles:
An Stelle der Bestätigung kamen zwei Anrufversuche in meiner Abwesenheit. Laut Telefonanlage 27.08 16:05. und 28.08 12:14. Dabei hatte ich ausdrücklich telefonische Belästigung untersagt, denn die Rechtslage ist klar, die Bestätigung war auszustellen und eine weitere Kommunikation darum nicht nötig. Wenn es anders wäre, könnte Freenet ja meine Argumentation schriftlich widerlegen, so dass die Gegenmeinung aktenkundig und nachprüfbar wäre.
| Das wurde am 3.9. dann tatsächlich versucht, siehe weiter unten. |
Ich gehe darum davon aus, dass der Anrufer mich mit falschen Behauptungen oder gar Drohungen verunsichern und zum Bleiben beschwatzen wollte. Sowas geht natürlich nicht schriftlich, denn dann könnte der Kunde es beweisen.
Ich habe nach dem 1. Versuch per Kontaktformular, nach dem 2. per Fax protestiert und erneut die Bestätigung angemahnt.
Trotzdem kamen danach weiter Anrufe von dieser Nummer. (Siehe Protokoll) Anfangs einmal am Tag, nach meinem zweiten Einschreiben zweimal, Als meine Frau einmal ahnungslos abnahm und ihren Namen nannte, wurde sofort aufgelegt, auch auf unseren Anrufbeantworter wurde nie drauf gesprochen. Offensichtlich legte der Anrufer großen Wert darauf, dass Dritte von diesen Kontaktversuchen bzw. den beabsichtigten Inhalten nichts mitbekommen.
Ich habe am 8.9. dann Strafanzeige wegen Nachstellung erstattet. Ich nahm aber an, dass sie an der Gummiformulierung "dadurch seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt" scheitern würde.
Ein halbes Jahr später wurde das Ermittlungsverfahren tatsächlich eingestellt, aber "weil ein Täter nicht ermittelt werden konnte". Wie ich im Gespräch mit einem Polizisten erfuhr, würde nur der Fuzzi bestraft, der am Telefon saß und die Anrufe tätigte, und den rückt die Firma nicht raus. Hintermänner, die ihn durch ihre Vorgaben praktisch dazu zwingen (wenn er seinen Arbeitsplatz nicht verlieren will), bleiben ungeschoren.
Doppelmoral unseres "Rechtsstaats": Wenn von einem privaten WLAN-Anschluss aus eine Straftat begangen wird, haftet der Anschlussinhaber, wenn sich der Täter nicht ermitteln lässt (weil sich z.B. ein Fremder eingehackt hat). Wird dagegen von einem Firmenanschluss aus eine Straftat begangen, bleibt die Firma bzw. die verantwortlichen leitenden Angestellten ungeschoren.
Der Staat ist für die Wirtschaft da, nicht für die Menschen.
Nicht chronologisch, aber thematisch passend hier ein Telefonat mit dem Kunden"service":
In einem Schreiben vom 2009-09-02 wurde ich um Feedback gebeten, warum ich kündige und ob nicht doch ein Verbleib möglich wäre. Ich rief an, ursprünglich in der Absicht, den Kündigungsgrund zu erläutern, der für Freenet erst mal gar nicht so schlecht war. Sprach jedoch zuerst einen Fehler im unauffällig nebenbei genannten Termin des Vertragsendes an.
Meinen Hinweis, dass ich nicht 26.8. sondern schon 4.8. gekündigt habe, konterte meine Gesprächsgegnerin (eine gewisse Evelyn W.) mit dem Hinweis auf eine zweimonatige Kündigungsfrist. Auf meinen Protest, dass die Strato-AGBs nur eine einmonatige Kündigungsfrist verlangen, behauptete sie, mit dem Wechsel zu Freenet hätte ich neue AGBs bekommen, nämlich die von Freenet, und um das zu verhindern hätte ich denen widersprechen müssen.
Moooment. Auf einen solchen AGB-Wechsel wurde ich nie aufmerksam gemacht. Im Gegenteil: Freenet hat ja sogar in seinem Schreiben zur Vertragsübernahme ausdrücklich bestätigt, dass sich für mich nichts ändert. Warum sollte ich da selbst misstrauisch Nachforschungen anstellen? Das ist der gleiche Trick wie bei den Internet-Abofallen, z.B. smsfree24: Das Opfer mit einem klaren Versprechen einlullen und später aufs Kleingedruckte verweisen.
Ich bin vor Wut so laut geworden, dass Dank der offenen Fenster sowohl die vordere wie die hintere Straße weit mitbekommen hat, was von Freenet zu halten ist.
Auf jeden Fall sieht man an diesem Erlebnis, was ich von denen zu erwarten hatte, die mich ständig angeklingelt haben.
Auf AGB-Änderungen wurde ich niemals hingewiesen. Im Gegenteil: Freenet hat ja sogar in seinem Schreiben zur Vertragsübernahme ausdrücklich bestätigt, dass sich für mich nichts ändert. Ich konnte darum darauf vertrauen, dass für meinen Vertrag weiterhin die Strato-AGBs gelten. Bei Anwendung der Freenet- oder 1&1-AGBs wären diese somit insgesamt "Überraschende Klauseln" nach BGB § 305 c und damit nichtig.
Doch selbst wenn die Freenet-AGBs für mich gälten, wären die dortigen Kündigungsfristen auf meinen Vertrag nicht anwendbar:
Die Kündigungsfristen sind nicht in den allgemeinen AGBs angegeben, sondern in den Leistungsbeschreibungen, und gelten somit nur für die dort aufgeführten Produkte. Aufgeführt sind aber nur "freenetDSL Pakete". Und ich hatte laut letzter legaler Rechnung immer noch den Tarif "STRATO DSL 6000", also ein anderes Produkt.
2009-08-28 kam per Mail eine Bitte, den Kundenservice zu bewerten, weil ich angeblich am 27.08.2009 um 14:14 Uhr eine Mail vom Kundenservice bekommen hätte. Diese angebliche Mail habe ich aber nicht bekommen, entsprechend fiel meine Bewertung aus. Über die Gründe für diese falsche Behauptung kann man spekulieren.
Eine Antwortmail, in der ich das klarstellen wollte, wurde abgewiesen, weil die angegebene Sendeadresse keine Mails entgegennimmt.
Um die Sache etwas höher aufzuhängen und in Bewegung zu bringen, schrieb ich 2009-08-31 im Kontaktformular an den Vorgesetzten der Sachbearbeiter und einen Brief an die Geschäftsführung, der ebenfalls 2009-08-31 angekommen sein muss,
Nun kam zwar zusätzlich zum Telefonterror etwas schriftliches, jedoch wieder nichts Befriedigendes:
2009-09-01 kam endlich die erste schriftliche Reaktion.
Darin hieß es, mein Schreiben vom 25.6. sei nicht unterschrieben und könne darum nicht beantwortet werden.
Mein Einschreiben war vom 24. und kann darum nicht gemeint sein.
Mein nachgeschobenes Fax war direkt aus dem PC und gemäß Rechtslage auch ohne Unterschrift gültig,
was ich ja sogar unter die Grußformel schreibe.
Im Übrigen spielt das sowieso keine Rolle, denn Freenet hätte mir die geforderte Bestätigung bereits unaufgefordert ausstellen müssen, da die Praxis eines Anbieterwechsels es offensichtlich grundsätzlich erfordert.
Für mich ist diese Reaktion von Freenet darum eine reine Hinhaltetaktik. Sie wird noch lächerlicher dadurch, dass das Freenet-Schreiben, das die fehlende Unterschrift bemängelt, selbst nicht unterschrieben war (ebenso wie die später folgenden), sondern nur der Bearbeitername hingedruckt.
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Ich bin nicht Freenet, ich bin schell und zuverlässig. |
Bereits eine Stunde später schickte ich ein Einschreiben los.
In Anbetracht des Verhaltens von Freenet enthielt es allerdings nicht das neu angeforderte banale Schreiben, sondern gleich die nächste Eskalationsstufe, eine
Mahnung und Ankündigung von Rechtsmitteln, in der ich meine Forderungen wegen der verplemperten Zeit anpasste.
Um Ausreden vorzubeugen und die Unterschrift beweisen zu können, habe ich es auch noch nach der Unterschrift eingescannt.
Nach dem Mittagessen habe ich dann über Kontaktformular mitgeteilt, von wo man diese Kopie
"Zur Beschleunigung der Bearbeitung" ausdrucken kann.
Am 2009-09-02 erhielt ich ein weiteres Schreiben,
das allerdings noch vor dem anderen, nämlich auf 28.8. datiert war.
Darin wurde Bezug auf einen Kündigungswunsch vom 26.8. genommen.
Vermutlich ist mein Einschreiben vom 24.8. gemeint, das laut Rückschein am 26.8. ausgeliefert wurde.
Da wurde erst mal um Feedback gebeten und für Verbleib geworben.
Erst gaaanz unten, wo der normale Leser bereits ermüdet und unaufmerksam ist
(der gleiche Trick den auch die Deutsche Reise verwendete),
wurde beiläufig bestätigt, dass der Vertrag endet –
aber erst zum 6.10.2010, also dreizehn Monate später.
Man hat ohne Rücksicht auf das Zeitraster der Vertragsjahre den letztmöglichen Zeitpunkt herausgesucht,
den man basierend auf dem Datum meines ersten Einschreibens und den Freenet-AGBs begründen könnte.
Auf Grund dieses Schreibens habe ich das oben beschriebene Telefonat geführt.
Da dieses zweite Schreiben von Freenet auf den 28.8. datiert ist, als mein zweites Einschreiben noch nicht existierte, konnte ich jedoch nicht gleich zum Anwalt gehen, sondern musste die Reaktion auf mein zweites Einschreiben abwarten.
Ich bin jedoch überzeugt, dass dieses Schreiben nach meiner Vorabmeldung des zweiten Einschreibens verfasst und rückdatiert wurde, um dieses Einschreiben zu unterlaufen. Wenn ein Schreiben vom 28.8.(Freitag) erst 2.9.(Mittwoch) ankommt, wären das vier Tage Postlaufzeit für einen normalen Brief. Die Schreiben vom 31.8. und 11.9. dagegen trafen bereits am Folgetag ein.
Was wäre passiert, wenn ich gleich zum Anwalt gegangen wäre?
Freenet hätte sich auf den Standpunkt stellen können, dass ich meine Anwaltskosten selbst tragen muss,
da sie ja beim Abfassen des Briefs am 28.8. noch nichts von meiner Ankündigung
von Rechtsmitteln am 1.9. wissen konnten.
So hätten sie sich durch einen schnellen, aber rückdatierten Brief die Gewissheit verschafft,
dass ich es ernst meine, ohne jedoch meine Kosten zahlen zu müssen.
Dem einzelnen Callcenter-Sklaven traue ich nicht soviel Raffinesse zu.
Die Einpeitscher dagegen sind bekanntlich mit allen Wassern gewaschen.
Am 2009-09-12 kam dann eine
Reaktion auf meinen Brief an die Geschäftsleitung.
Aber die hat nur den Bock zum Gärtner gemacht und das "Service-Team" damit betraut,
das ja alles verbockt hat.
Der Mitarbeiter vom "Service-Team" hat dann auch nur mit dem üblichen
unglaubwürdigen Blabla "Heile Welt" gespielt.
Um einem Missbrauch dieses Schreibens vorzubeugen, habe ich vorsichtshalber
reagiert – aber kurz, klar und hart.
2009-09-15 gab es den ersten kleinen Hoffnungsschimmer:
Ich erhielt von Strato eine Mail, dass eine Domain, die kostenlose Beigabe des DSL-Pakets war und weiter von Strato verwaltet wurde, nicht mehr kostenlos sein könne, weil der DSL-Vertrag nicht mehr bestehe.
Weil Strato das ja nur von Freenet haben konnte, hoffte ich, auf diesem Umweg eine Aussage über den Termin zu erhalten, und bat um Auskunft.
Daraufhin bestätigte mir Strato ein Vertragsende für 2006.
Hä? Das war der Vorgängervertrag, nicht der, um den es jetzt ging.
Ich glaubte an ein Missverständnis und fragte noch mal nach, erhielt aber den gleichen Schwachsinn.
Die Mails könnt Ihr hier nachlesen.
Entweder hat bei Strato PISA zugeschlagen, was ich in Anbetracht der kompetenten und mitdenkenden Reaktionen der letzten Jahre nicht glauben kann, oder eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus und man will mir die Information nicht geben, ist aber zu feige, das zu sagen.
2009-09-18 dagegen erhielt ich eine Mail mit einer Rechnung für den Monat nach Vertragsende. In der Mail war von einer neuen Kundennummer die Rede. die aber mit der alten identisch ist. In der Rechnung ist auch ein neuer Tarif ausgewiesen.
Begründet wird die Rechnung einfach damit, dass ich die Leitung weiter benutzt habe. Aber dadurch, dass Freenet durch Verweigerung der Bestätigung den Wechsel zur Telekom verhindert hat, war ich gezwungen, die Leitung über Freenet weiter zu benutzen, wenn ich nicht auf den Internetzugang verzichten wollte. Und ein Verzicht auf den Internetanschluss bis die Auseinandersetzung in unbestimmter Zukunft geklärt wäre, war für mich und meine Familie unzumutbar.
In der Mail steht, dass "eine Rücklastschrift die Sperrung der von Ihnen genutzten Dienste sowie Ihres Netzzugangs zur Folge haben kann". In Anbetracht dessen, dass der Anlass für die Forderung durch das Verhalten von Freenet erzwungen war, die Ausübung von Machtmissbrauch zwecks Eigennutz verwerflich ist, die Sperrung ein "empfindliches Übel" wäre und die illegale Abbuchung ein Vermögensschaden ist, erfüllt diese Drohung den Tatbestand der Erpressung.
Allerdings:
Es ist durchaus möglich, dass es rein organisatorisch nötig war, einen Pseudovertrag einzurichten, um mir bis zur Übernahme durch die Telekom weiter Internetzugang zu ermöglichen. Doch dafür hat Freenet die Verantwortung und Kosten zu übernehmen.
Am 2009-09-23, dem letzten Tag der von mir gesetzten Frist, ging endlich die Kündigungsbestätigung ein. Das Vertragsende wird zwar einen Monat später angegeben als korrekt, aber da auf Grund der fortgeschrittenen Zeit die Telekom die Leitung bei korrekter Angabe auch nicht schneller hätte übernehmen können,
| Wobei man streiten kann, ob die Bedrohung durch ein Inkassounternehmen auch unter "in aller Ruhe" fällt. |
ist das technisch irrelevant und der Rest lässt sich hinterher in aller Ruhe regeln, wenn ich nicht mehr mit Abschaltung der Leitung erpressbar bin.
Damit hat sich Freenet (erst mal) meine Anwaltskosten erspart. Was ich dafür schon vorbereitet hatte, könnt Ihr auf einer extra Seite nachlesen.
Zwei Tage später kam sogar noch ein Schreiben,
indem mir auch hinsichtlich des korrekten Kündigungstermins Recht gegeben wird.
So deutlich hat schon lange keine Firma mehr vor mir den Schwanz eingezogen.
Besonders amüsiert haben mich die Formulierungen "Kulanz" und "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht".
Ich bekam beim Lesen einen Lachanfall.
Ich kannte diese Formulierungen schon von anderen Firmen. Sie bedeuten frei übersetzt
"Wie sehen endlich (zähneknirschend) ein, dass wir mit unseren Tricks an den Falschen geraten sind,
und bevor ein Gericht uns das unbestreitbar bescheinigt und unkalkulierbare Folgekosten aufbürdet,
tun wir lieber so, als seien wir nett, und erfüllen die minimalen Bedingungen".
Selbstverständlich hätte Freenet rechtlich die Leitung nach Eingeständnis des Fehlers sofort abschalten können.
Allerdings hätten sie sich, wie in meinem ersten Einschreiben ausführlich dargelegt, unkalkulierbare Schadenersatzforderungen eingehandelt.
Die Verlängerung um einen Monat war für Freenet zweifellos die bequemste und billigste Lösung,
auch wenn die Firma mir die Rechnung für diesen Monat erstatten muss.
Ich hatte die am 2009-09-23 erhaltene Bestätigung noch am gleichen Tag an die Telekom weiter gemailt. Als ich 2009-10-05 immer noch keine Zugangsdaten von der Telekom bekommen hatte, ging ich in den Telekomladen und erfuhr dort von einem neuen Hindernis:
Im Gegensatz zu anderen Providern, wo Telekom die Leitung sofort nach dem bescheinigten Vertragsende übernehmen kann, muss sie bei Freenet warten, bis Freenet die Leitung abschaltet und die Freigabe bestätigt. Das könne bis zu drei Arbeitstage dauern. Erst danach könne die Telekom die Leitung übernehmen und neu schalten, was wieder drei Arbeitstage dauern kann. (Und erst während dieser Zeit würden die Zugangsdaten verschickt.) Mit anderen Worten: Weil der bisherige Provider Freenet war und diese Firma mit der Telekom keine kundenfreundliche Vereinbarung hat, kann der Kunde bis zu sechs Arbeitstage – acht Kalendertage ohne Internetverbindung sein. (Am Ende wurden es sogar zehn, aber das hat die Telekom verbummelt.)
Nachdem Freenet auch keine Chance mehr hatte, mich mit Sperrung der Leitung zu erpressen, habe ich am 2009-10-10 per Fax die Zahlung für den Monat nach dem richtigen Vertragsende zurückgefordert. Weil sich bis zum Ablauf der gesetzten Frist nichts tat, habe ich dann zwei Tage später der Lastschrift widersprochen.
Prompt kam von Freenet per Mail eine Mahnung, bei der sie noch 10.-€ Mahngebühr draufgeknallt haben. Natürlich habe ich sofort per Fax widersprochen. Drei Werktage später kam trotzdem nochmal die identische Mahnung per Briefpost.
Bei dieser Gelegenheit habe ich mich zum ersten mal gründlich dafür interessiert, wieviel das Fehlverhalten von Freenet mich an Geld, Aufwand und Nerven gekostet hat. Falls die Sache sowieso eskaliert, kann ich ja Gegenklage erheben.
Eine Woche habe ich noch gewartet, für den Fall, dass sich Fax und Mahnung überkreuzt haben und doch noch was kommt. Natürlich kam nichts. Dann habe ich noch mal per Einschreiben widersprochen, juristisch exakt und mit Ankündigung von Anwalt und Gegenklage. Offensichtlich versteht Freenet keine andere Sprache.
Aber die Ganoven (spätestens jetzt haben sie m.E. diese Bezeichnung offiziell verdient) ließen nicht locker:
Die Woche darauf kam ein Schreiben mit Datum vom 2009-11-23,
| Außerdem wird erneut meine Kündigung vom 4.8. ignoriert. |
in dem behauptet wurde, es habe 2007 einen Tarifwechsel und damit eine neue Laufzeit gegeben.
| Einzelheiten auf einer benachbarten Seite. |
In meinen Unterlagen ist zwar ein Tarifwechsel vermerkt, aber der war nicht von mir beauftragt, sondern von Strato untergeschoben. Ich hatte damals einen nach meiner Kenntnis falschen Preis in einer Rechnung beanstandet und Stellungnahme oder Fehlerkorrektur verlangt. Strato hat daraufhin ohne weitere Rücksprache diesen "Tarifwechsel" durchgeführt, der somit als Fehlerkorrektur zu werten ist und keine Vertragsänderung bedeutet.
Doch selbst wenn, wäre das für mich sogar von Vorteil:
Das Vertragsende hätte sich zwar auf den 17.9.2009 verschoben, aber es wäre nicht nur meine Kündigung vom 4.8. sondern auch
mein nachgeschobenes Fax vom 13.8. form- und fristgerecht, gemäß den Strato-AGB in der Version 13.12 vom 21.9.2007, die dann für mich gälten.
Und der Eingang dieses Faxes wurde mir sogar ausdrücklich bestätigt mit Schreiben vom 22.9.
Bei der Kontrolle sämtlicher Rechnungen bin ich zudem darauf gestoßen, dass mir Freenet Entgelt doppelt berechnet hat:
Durch den "Tarifwechsel" hatte sich mein Abrechnungszeitraum verschoben auf 18. des Monats bis 17. des Folgemonats. Mit der Rechnung vom 31.7.2009 ist Freenet zurückgegangen auf den Abrechnungszeitraum vom 6.d.M. bis 5.d.FM. Der Zeitraum vom 6.7. bis 17.7.2009 wurde mir also doppelt in Rechnung gestellt, ohne mir dafür eine Gutschrift zu machen. Ich wurde um 9,98 € beschissen. Da ich routinemäßig nur kontrolliert habe "Monatliche Rechnung + gleicher Betrag" ist mir dieser Betrug nicht aufgefallen.
Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, dass mit diesem Betrag ersatzweise die Zeit vom 6.9. bis 17.9.2009 bezahlt ist, für die Freenet Entgelt zustände, wenn man den "Tarifwechsel" als rechtens ansieht.
Im Übrigen kam der Rechnungsfehler gerade so schön vor Ablauf einer Mindestvertragslaufzeit, die dem untergeschobenen Tarifwechsel zu Grunde läge. Darum habe ich den Verdacht, dass der Rechnungsfehler kein Zufall war, sondern zu einer Reklamation provozieren wollte, die man erneut als Auftrag zu einer Vertragsumstellung hätte interpretieren können – mit neuer Mindestvertragslaufzeit. Mit solchen Tricks kann man Opfer ständig an sich binden, solange sie sich nicht aufraffen, zum Anwalt zu gehen.
Die Tatsache, dass Freenet seine DSL-Sparte an 1&1 verkauft hat, und dass Freenet sich "Schritte zur Geltendmachung" nur "vorbehält", machte die Sache jetzt etwas problematisch: Wenn ich sofort zum Anwalt gegangen wäre, hätten zum Einen die beiden Firmen Zuständigkeits-PingPong spielen können, zum zweiten hätte Freenet sagen können, dass es ja noch nicht gefordert sondern nur "vorbehalten" hat. Beides mit der Wirkung, mich auf meinen Anwaltskosten sitzen zu lassen. Das unverschämte Schreiben vom 23.11. konnte also ein Versuchsballon sein, um meine Kampfbereitschaft zu testen und sich trotzdem vor meinen Anwaltskosten zu drücken.
| Außerdem las ich später bei 1&1, dass die freenet Breitband GmbH vollständig in der 1&1 Internet AG aufgegangen ist, wodurch diese Rechtsnachfolger mit allen Rechten und Pflichten geworden ist. |
Diese Unsicherheit klärte sich aber bald:
Zwei Tage später kam eine Mahnung mit Datum vom 2009-11-25. Mit dieser Mahnung hat Freenet die Bedingungen aus meinem letzten Einschreiben erfüllt, die mich von Anwaltskosten freistellen.
In dieser Mahnung wird außerdem zusätzlich zur bisherigen Forderung eine "Gebühr für Sperraufwand" gefordert. Da die Leitung aber bereits bei der Telekom war, gab es nichts mehr zu sperren, also auch keinen diesbezüglichen Aufwand. Die Ganoven haben also eine Gebühr für nichts berechnet. Das wäre die gleiche Praxis wie z.B. bei Abo-Fallen, die ihre Opfer mit immer höheren Forderungen verfolgen, bis diese entnervt aufgeben und zahlen.
Oder hat der "Sperraufwand" doch einen realen Hintergrund?:
Am 19.11. war meine DSL-Verbindung plötzlich gestört. Ich rief die Telekom-Störungsstelle an. Die attestierte eine einwandfreie Leitung und verwies mich an die Störstelle für "Endgeräte". Diese sah jedoch eine Leitungsstörung, worauf eine Diagnoseabteilung eingeschaltet wurde. Am nächsten Morgen rief mich ein Telekom-Mitarbeiter an, ihnen sei eine Baugruppe ausgefallen, und am Abend war der Defekt behoben.
Am 16.11.endete die Frist, die mir in der ersten Mahnung gesetzt wurde. Am 19.11. fiel mein DSL aus. Und in der Mahnung vom 25.11. wird mir ein Sperraufwand berechnet.
Absicht beweisen kann ich nicht. Und die Telekom würde den Teufel tun, zuzugeben, wenn ein Betriebsfremder Leitungen sabotieren kann, die unter ihrer Regie stehen. Aber der zeitliche Ablauf ist doch ausgesprochen merkwürdig.
Zwei Wochen später kam eine neue Mahnung mit Datum vom 2009-12-08, diesmal von 1&1. Da 1&1 in seiner Mahnung auf eine vorhergehende Bezug nimmt, aber vorher nur etwas von Freenet kam, darf ich wohl davon ausgehen, dass die wissen, was vorher lief.
In der neuen Mahnung wurden die bisherigen Mahn- und Sperrkosten weggelassen, offenbar in der Erwartung, dass das Opfer aus Erleichterung über die Ersparnis doch noch schnell zahlt. Und es werden neue Kosten angekündigt, um Druck zu machen. Damit das Opfer nicht zum Nachdenken kommt oder Rat suchen kann, wurde für die Zahlung nur ein Tag Zeit gegeben (die Mahnung kam Donnerstag, die Frist lief am darauf folgenden Sonntag ab). Typische Ganovenmanieren. Aber ich habe 1&1 ja schon mal als unseriös erlebt.
Übrigens haben mir weder Freenet noch 1&1 mitgeteilt, dass das DSL-Geschäft den Besitzer gewechselt hat. Ich weiß das nur aus einem Newsletter von heise.de. Ein regelrechtes Verwirrspiel, das (wie ich schon oben erwartet habe) möglicherweise dazu dienen soll, sich vor den Anwaltskosten der Opfer zu drücken.
Da sich 1&1 wegen der räumlich weit entfernten neuen Adresse (Kiel/Montabaur) trotz der verräterischen Formulierung in der Mahnung auf Unwissenheit berufen könnte, habe ich der Mahnung noch mal ordentlich widersprochen (allerdings die erneuten Kosten für Einschreiben gespart).
Hier ist einzuschieben, dass ich Anfang Dezember zu einem Anwalt ging, der mir Ruhe verschaffen sollte.
Leider hat der gleich zu Beginn eine Schlamperei begangen, die das Vertrauensverhältnis zerstörte, so dass das Mandat gelöst wurde.
(Immerhin war er so korrekt, für die Fehlleistung kein Honorar zu verlangen.)
Nachdem ich 1&1 schon an den Anwalt verwiesen hatte, musste ich nun unglücklicherweise zurückrudern, was 1&1 offenbar als Schwäche interpretiert hat:
Am 2009-12-24 kam dann von 1&1 noch eine Kündigungsbestätigung,
obwohl ich die von Freenet bereits habe.
Ob das nur ein formaler Akt ist, um die Sache abzuschließen,
oder Basis neuer Forderungen und Unverschämtheiten sein soll,
muss sich in der nächsten Zeit zeigen.
Dies war offenbar ein neuer Trick:
Es wurde formal ein neuer Kündigungsvorgang generiert, um die Schweinereien von Freenet zu ersetzen und damit zu verschleiern.
Denn obwohl ich 1&1 den Sachverhalt klargelegt habe,
kam am 2010-01-21 ein Schreiben von einer Inkassofirma "BFS risk & collection Gmbh" in dem alles ignoriert wird und neue Forderungen und Drohungen vorgebracht werden.
Bemerkenswert ist nicht nur der Terror mit Ignorieren der Vorgeschichte und Hochknallen der Forderung, sondern auch die Behauptung "Unsere Auftraggeberin ist an der Fortführung der Kundenbeziehung mit Ihnen interessiert" und "Bei fristgerechter Zahlung werden Sie wieder freigeschaltet!".
Dabei bin ich doch schon seit Oktober 2009 bei der Telekom und mein DSL funktioniert bestens. Wissen die überhaupt was sie schreiben?
| Arvato ist Tochtergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns und offenbar auf das Kundenausspähgeschäft spezialisiert. Sie gibt u.a. die DeutschlandCard heraus. Bin neugierig, wann bei Vorlage meiner DeutschlandCard keine bargeldlose Zahlung mehr akzeptiert wird. |
Die "BFS risk & collection Gmbh" an sich ist auch dubios, denn sie droht mit Eintrag in eine eigene Datenbank der arvato-Gruppe, zu der sie gehört, statt mit der Schufa. Offenbar ist dieses Inkassounternehmen (oder die ganze Inkasso-Branche) für die Schufa nicht seriös genug.
| Ich habe auch beim zuständigen Amtsgericht angefragt, ob diese dubiose Inkassofirma überhaupt als solche zugelassen ist. Zeitgleich habe ich den Fall an die Verbraucherzentrale BW gemeldet. |
Eigentlich hatte ich mir nach meinem Schreiben an 1&1 vorgenommen, bis zur Klage nicht zu reagieren. Aber mittlerweile tendiere ich mehr dazu, durch korrekte Antworten nachzuweisen, dass die Gegenseite am laufenden Band Fakten und Rechtslage ignoriert, und so eine ganze Kette von Teilnehmern als kriminell zu enttarnen. Also habe ich noch am gleichen Tag der Forderung per Mail widersprochen.
Auf diese Mail hin erhielt ich am 2010-01-26 ein weiteres Schreiben von der Inkassofirma. Darin wurde in keiner Weise auf meine Argumente und Nachweise eingegangen, sondern kurz und borniert einfach nur behauptet, dass mein Vertrag zum 5.10, also einen Monat später gekündigt wurde.
Verständlich ist diese Reaktion, da die mir nichts entgegenzusetzen haben. Da bleibt man halt bei den typischen Ganovenmanieren, nur mit dem Fuß aufzustampfen und ohne Begründung zu behaupten "es ist so" und weiter zu nerven, bis das Opfer kapituliert. Aber so was würde höchstens einen vollkommen debilen Richter überzeugen.
Diese Haltung, den Kunden zwar abzuzocken, aber eigenes Fehlverhalten zu leugnen, habe ich bei 1&1 schon im Jahr 2004 erlebt.
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Zufällig fand ich auch in der Zeitung einen Hinweis auf den
Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. und habe mich dort
beschwert.
Die Antwort strotzt von Ausreden, die so tun, als hätte ich nicht schon in meiner ersten Antwort ans Inkassounternehmen alle Karten offengelegt. Fazit: Ein Inkassounternehmen kann sich alles erlauben, die Branche kann ich nicht als seriös betrachten. |
Darauf hin habe ich 1&1 Frist bis 15.2.2010 gesetzt, die Forderung zurückzunehmen oder zu bestätigen. Bei Bestätigung, würde/werde ich mir auf ihre Kosten einen Anwalt nehmen. Anschließend habe ich gleich die Unterlagen für den neuen Anwalt zusammengestellt, damit ich schnell reagieren kann.
Leider habe ich nicht definiert, was passiert, wenn die überhaupt nicht reagieren.
Gehe ich dann zum Anwalt, hieße es, man würde ja die Forderung nicht mehr erheben, und dann geht der Streit um die Anwaltskosten los.
Gehe ich nicht, könnte mein Schreiben als Bluff fehlinterpretiert und die nächste Eskalationsstufe eingeleitet werden.
Das würde zwar an Rechtslage und Endsieg nichts ändern, wäre aber etwas nervig.
Seitdem habe ich von denen nichts mehr gehört.
In heise.de las ich, dass beim Verkauf des DSL-Geschäfts von Freenet an 1&1 Vertragsbestandteil gewesen sei, dass eine bestimmte Menge Kunden mit verkauft würden. Wenn diese Zahl unterschritten würde, wäre der Vertrag nicht eingehalten, was vermutlich zu einer Reduzierung der Kaufsumme führen würde.
Unter solchen Umständen wäre es kein Wunder, wenn Freenet versucht hat, möglichst viele Kunden mit faulen Tricks zu halten. Dass diese Kunden dann mit 1&1 streiten und somit auch von 1&1 für immer die Nase voll haben, ist ein Schaden für 1&1.
Bei meiner ersten Anwaltsberatung erfuhr ich, dass der allein in unserem kleinen Städtchen schon einige Fälle gegen Freenet hat. Wenn man das auf ganz Deutschland hochrechnet, sind das einige zehntausend Opfer, nicht gerechnet die Dunkelziffer, die noch nicht beim Anwalt waren oder statt zu kämpfen eben ein Jahr später im Zorn bei 1&1 flüchten.
Diese ganzen Freenet-Schweinereien wären somit nicht nur ein Betrug an den Kunden, sondern auch an 1&1.
Finger weg von Resellern (auch von anderen Resellern habe ich Horrorgeschichten gehört).
Die Telekom ist zwar ein bisschen teurer, hat aber kostenlose Rufnummern für den Kundenservice, und im Extremfall kann man den Bearbeitern
im Telekomladen persönlich auf den Wecker fallen.
Wer schon einen Vertrag hat oder wessen Vertragsfirma aufgekauft wird, der sollte unbedingt per Einschreiben
mit Rückschein kündigen, und das mindestens einen Monat vor dem letztmöglichen Termin laut AGB.
(Diese Erfahrung machen offensichtlich viele, denn am 26.8.09 erhielt Freenet 82 Einschreiben, am 3.8.09 waren es 72, am 19.11.09 57.)
Finger weg von Freenet, auch auf anderen Gebieten. Denn die Tochterfirma freenet Breitband GmbH hätte sich dieses Verhalten kaum herausgenommen, wenn es nicht vom Mutterkonzern gebilligt worden wäre.
Finger weg von 1&1 (auch auf anderen Gebieten). Wer trotz klarer Rechtslage ein Inkassounternehmen auf sein Opfer hetzt, ist absolut nicht vertrauenswürdig.
Infos über ähnliche Erfahrungen erbeten, besonders neuere.