Papas Image

von Christiane Fleury

Das Eltern-Kind-Verhältnis beschrieb mein Vater folgendermaßen:
Wenn man fünf ist, weiß Papa alles.
Wenn man zwölf ist, weiß Papa nicht alles.
Wenn man 18 ist, weiß Papa nichts.
Wenn man 25 ist, weiß Papa viel.
Wenn man 35 ist – ach, wenn Papa nur da wäre! Er wußte immer alles.

Umgang mit Kritik

von Carol O' Connor

Sage dir bei jeder Kritik grundsätzlich: Sie ist freundlich gemeint. Mit dieser Einstellung kannst du von berechtigter Kritik profitieren, soweit es etwas zu profitieren gibt, und der Rest kann dir egal sein. Wenn du einem Kritiker guten Willen zubilligst, entwaffnest du einen Angreifer und gewinnst einen Verbündeten.

Als die Nazis die Kommunisten holten.....

von Martin Niemöller

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

Astrid Lindgren

1907-2002, schwedische Schriftstellerin, v.a. Kinderbuchautorin Wikipedia Info

Ob ein Kind zu einem warmherzigen, offenen und vertrauensvollen Menschen mit Sinn für das Gemeinwohl heranwächst oder aber zu einem gefühlskalten, destruktiven, egoistischen Menschen, das entscheiden die, denen das Kind in dieser Welt anvertraut ist, je nachdem, ob sie ihm zeigen, was Liebe ist, oder aber dies nicht tun ... Auch künftige Staatsmänner und Politiker werden zu Charakteren geformt, noch bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben – das ist erschreckend, aber es ist wahr.

Russell L. Ackoff

1919-2009, amerikanischer Betriebswirtschaftler Wikipedia

Ich hatte einmal einen Studenten, der in einer Arbeit eine kompli­zier­te technische These aufstellte. Ich bat ihn, sich vorzustellen, ich wäre ein Geschäftsführer ohne besondere Kenntnisse. Ob er seine These kurz erklären könne? Er ging an die Tafel und schrieb sie mit mathe­ma­tischen Zeichen voll. Ich unterbrach ihn und erinnerte ihn daran, dass ich ein gewöhnlicher Manager sei. Nach einer langen Pause sagte er: "Ich kann das, was in meiner Arbeit steht, nicht in nichttech­ni­scher Sprache erklären." Solange sich Menschen nicht in der Alltagssprache ausdrücken können, wissen sie nicht, worüber sie sprechen.

Wann beginnt das Leben?

"Das Leben beginnt mit der Zeugung!" sagt der katholische Pfarrer.
"Na ja", sagt der evangelische Pastor, "das Leben beginnt wohl mit der Geburt."
"Was für ein Unsinn!" meint der Rabbi. "Das Leben beginnt, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Hund tot ist!"

Gedanken eines Informatikers

Zunächst einmal gibt es im Netz nur Daten. Sie werden erst dann zu Informationen, wenn sie für mich relevant sind, wenn sie mit mir zu tun haben.
Wie gehe ich mit Information um?
Merke ich mir alles, jede Kleinigkeit?
Bringt mich das weiter oder blockiert mich das?
Weiß ich, welche Information etwas mit mir zu tun hat?
Oder interessiert mich das nicht?
Kenne ich meine eigenen Bedürfnisse?

Erziehung und Konsequenz

Der Wirtschaftswissenschaftler Walter E.Williams lernte ein Prinzip des Erfolgs durch eine "Essenspause". "Mit 13 war ich ein typischer Flegel, der in den Slums von Philadelphia aufwuchs", erinnert er sich. "Meine Mutter brachte uns mit Putzen durch. Mein leichtfertiger Umgang mit Geld führte oft dazu, dass ich Mitte der Woche nichts mehr für das Mittagessen in der Schule hatte. Und dann musste ich mir von Mutter etwas borgen.
Eines Tages wurde es Mutter zu bunt, 'als du das Geld ausge­geben hast, wusstest du, dass du es noch für das Schulessen brauchen würdest', erklärte sie und rückte keinen Pfennig heraus. Mit der, wie ich mir sicher war, gefühllosesten Mutter der Welt gestraft, musste ich den Rest der Woche ohne Mittagessen auskommen. Ich habe nie wieder mein Essensgeld vergeudet – und so den ersten Schritt ins bürgerliche Leben getan.
Natürlich war meine Mutter nicht gefühllos", sagte Williams. "Inzwischen ist mir klar, dass es Eltern fast das Herz brechen muss, wenn Ihr Kind hungert. Aber wenn man nicht den Mut besitzt, einem Mitmenschen die Verantwortung für seine Unver­nunft aufzubürden, wie soll er dann lernen, es besser zu machen?"

Jetzt leben

Ein Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäf­ti­gun­gen immer so gesammelt sein könne.
Dieser sagte:
Wenn ich stehe, dann stehe ich
wenn ich gehe, dann gehe ich
wenn ich sitze, dann sitze ich
wenn ich esse, dann esse ich
wenn ich spreche, dann spreche ich ...
Dann fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
Das tun wir auch, aber was machst du noch darüber hinaus?
Er sagte wiederum:
Wenn ich stehe, dann stehe ich ...
Wieder sagten die Leute:
Das tun wir doch auch.
Er aber sagte zu ihnen:
Nein,
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel ...

Aus Arthur Schopenhauers Essay "Über die Weiber"

Schon der Anblick der weiblichen Gestalt lehrt, dass das Weib weder zu großen geistigen, noch körperlichen Arbeiten bestimmt ist. Es trägt die Schuld des Lebens nicht durch Thun, sondern durch Leiden ab, durch die Wehen der Geburt, die Sorgfalt für das Kind, die Unter­würfigkeit unter den Mann, dem es eine geduldige und aufheiternde Gefährtin sein soll. Die heftigsten Leiden, Freuden und Kraft­äuße­rungen sind ihm nicht beschieden; sondern sein Leben soll stiller, unbedeutsamer und gelinder dahin fließen, als das des Mannes, ohne wesentlich glücklicher oder unglücklicher zu sein.

Zu Pflegerinnen und Erzieherinnen unserer ersten Kindheit eignen die Weiber sich gerade dadurch, dass sie selbst kindisch, läppisch und kurzsichtig, mit einem Worte, Zeit Lebens große Kinder sind: eine Art Mittelstufe, zwischen dem Kinde und dem Manne, als welcher der eigentliche Mensch ist. Man betrachte nur ein Mädchen, wie sie, Tage lang, mit einem Kinde tändelt, herumtanzt und singt, und denke sich, was ein Mann, beim besten Willen, an ihrer Stelle leisten könnte.