Nach jedem großen oder auch nur kleinen Problem mit einem Kernkraftwerk kriechen die Kernkraftgegner aus ihren Löchern und fordern die Abschaltung aller KKW. Die Technik sei nicht beherrschbar.
Aber wie ist es mit dem Straßenverkehr?
Ich bin in meinem Leben trotz eigener Vorsicht mehrfach mit lebensgefährlichen Situationen im Straßenverkehr konfrontiert worden.
Meist hat mich meine eigene Aufmerksamkeit gerettet, mindestens zweimal aber wirklich nur ein glücklicher Zufall.
Und da ich kein außergewöhnlicher Mensch bin, wird es den anderen ebenso gehen. Ganz zu schweigen von denen, denen kein glücklicher Zufall half.
Wieviel Tote gab es durch die Kernenergie seit ihrer Einführung?
Wieviel Tote gab es in derselben Zeit durch den Straßenverkehr?
Laut WHO starben durch Tschernobyl (ein Vorfall, der nicht regelmäßig vorkommt) langfristig bis zu 4000 Menschen.
Soviel haben wir allein in Deutschland an Verkehrstoten jedes Jahr. Weltweit haben wir jährlich eine Million Verkehrstote.
Laut Bundesamtes für Strahlenschutz erkrankten von 1980-2003 im 5km-Umkreis um die Kernkraftwerke in Deutschland 20 Kinder mehr an Leukämie, als im statistischen Mittel.
Und Erkrankung ist noch nicht Tod.
Allein 1999-2003 (4 statt 24 Jahre) starben im Straßenverkehr 1198 Kinder (frühere Daten fand ich nicht beim Statistischen Bundesamt).
Man bemüht sich bei den Autos, wie es auch bei der Kernkraft geschieht, durch Technik die Restrisiken immer mehr zu reduzieren. Aber der Straßenverkehr fordert trotzdem mehr Tote und Verletzte, als die Kernenergie. Er ist "nicht beherrschbar".
Trotzdem fordert keiner der Ökofetischisten die Abschaffung der Autos und den zwangsweisen Umstieg auf Fahrräder.
Warum diese Doppelmoral?