Wo Menschen miteinander zu tun haben gibt es zwangsläufig Reibereien. Es menschelt eben.
Manche/viele der Beteiligten schlucken ihren Ärger runter oder weichen aus, um des lieben Friedens willen oder aus Bequemlichkeit oder weil sie einfach Angst haben.
Und einige machen den Mund auf und üben Kritik.
Das ist natürlich unbequem für diejenigen, die aus dem Status quo Nutzen ziehen und nichts ändern wollen.
Die Versuchung ist groß, Kritiker zu ignorieren, oder – sofern ein Machtgefälle vorhanden ist – sie mundtot zu machen.
Aber ist das klug?
Kritiker sind nur die Spitze eines Eisbergs. Hinter ihnen steht eine größere Menge Unzufriedener,
die zwar nicht auffällt, aber trotzdem handelt: Z.B. in der Politik durch Unterstützung radikaler Parteien,
als Arbeitnehmer durch innere Kündigung, als Kunde durch Negativwerbung ...
Diese Reaktionen lassen sich kaum eindämmen, weil sie nur teilweise oder zu spät zu erkennen sind.
Das ist wie bei der Brandbekämpfung:
Wer einen Feuermelder abschaltet oder ignoriert, statt den Ursachen nachzugehen,
der entdeckt den Schwelbrand eben erst, wenn er sich zu einem offenen Feuer entwickelt hat.
Wer einen Kritiker abstellt oder ignoriert, statt den Ursachen nachzugehen, der handelt ebenso.
8.10.2006
Nicht diejenigen sind zu fürchten die anderer Meinung sind,
sondern diejenigen, die anderer Meinung sind, aber zu feige, es zu sagen.
(Napoleon I. Bonaparte)