Frau und Technik

Ich schreibe absichtlich nicht Frauen und Technik, weil es ja auch welche gibt, die sich auskennen oder wenigstens denken können. Aber die von heute morgen wäre ein Prachtexemplar für Esther Vilars Beispielsammlung.

Steh ich da auf dem Weg zum Büro im Erdgeschoss vor dem Aufzug und habe den Knopf nach oben gedrückt. Kommt eine Frau (etwa meines Alters) und drückt den Knopf nach unten (zum Keller). Nun, ich habe Erfahrung mit Menschen, und als der erste Aufzug kommt, und sie einsteigt, schaue ich, wohin sie wirklich will. Natürlich nach oben. Also spring ich schnell rein.
Auf meine Frage, warum sie denn die Anforderung nach unten gedrückt hat, wenn sie nach oben will, meinte sie, der Aufzug würde dann schneller kommen.

Frauofrau. Wenn ein Aufzug angefordert wird, kommt (bei pro­fes­sio­nel­ler Programmierung) der am günstigsten gelegene freie, egal welche Richtung man will. Schneller geht es nur, wenn zufällig ein besetzter in der gewünschten Richtung vorbeikommt, der macht dann einen Zwischenstopp zum Zusteigen. Wenn man zusätzlich die andere Richtung drückt, wird zwar ein weiterer Aufzug angefordert, aber da der nächstgelegene schon unterwegs ist, ist der zweite weiter weg und braucht länger, nützt einem also nichts mehr. Wenn zufällig ein besetzter in der falschen Richtung vorbeikommt, macht der auch einen Zwischenstopp, aber das nützt einem ja nichts, sondern hält nur die anderen Benutzer auf.
Als ich versuchte, der Frau das zu erklären, meinte sie, das stimme nicht, und ich würde [durch Drücken beider Knöpfe] meine Chance verdoppeln.

Mit dieser Einstellung kann man auch jeden Abend beten, dass nächste Nacht Vollmond ist, und aus der Tatsache, dass es alle vier Wochen wirklich Vollmond ist schließen, dass Gebete wirken. Und je öfter man betet, nämlich 28 Mal, umso sicherer.

17.2.2005