Für die Zeit meines Ruhestands habe ich mir viel vorgenommen und von vorher viel auf diese Zeit verschoben, so dass ich dann vor einem Berg an Plänen saß und anfangs gar nicht recht entscheiden konnte, womit ich anfange und wieviel Sachen ich gleichzeitig mache.
Da passte es gut, dass ich ein halbes Jahr zuvor auf einem Forum für Individualpsychologie ein Seminar "Die innere Stimme gestalten" belegt hatte.
Als letzte Übung dort sollten wir uns als unser innerer IP-Berater selbst einen Brief schreiben.
Hier ist meiner:
Lieber Peter,
Ich beobachte immer wieder, wie Du Dir zuviel aufhalst,
nicht so oft "nein" sagst, wie Dir eigentlich gut täte,
und Dich so manchmal überlastet fühlst.
Ich kann gut verstehen, dass Du bei Deiner Vorstellung von Glauben
möglichst viel in Dein Leben hineinpacken willst,
was Wirkung, was Spuren hinterlässt.
Aber Du hast inzwischen doch auch begriffen,
dass Du nicht die ganze Welt retten kannst,
dass Du auswählen musste, was Du tust, und das kannst,
und dass Du Deine Kräfte einteilen musst – und kannst,
wenn Du Dir Zeit zur Besinnung nimmst.
Also nimm Dir genug Zeit für Dich.
Du hast viel erreicht,
was noch kommt, sind nur Sahnehäubchen.
Egal, wieviel Du noch tust, es ist gut genug.
Wenn ich Gefahr laufe, rastlos zu werden, hilft mir dieser Text immer wieder.